Matthijs Vermeulen

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THE SOLDIER für eine Gesangstimme und Klavier (1917)
 
The Soldier, ein Gedicht von Rupert Brooke, ist eine Ode an sein Vaterland. Brooke verfasste das Gedicht, ein Sonett, während des Ersten Weltkrieges, als er auf dem europäischen Festland als Unteroffizier im englischen Heer diente. Im Sonett – eine Evokation des sorgenfreien Lebens seiner Jugend, voller Sonne, Schönes in der Natur, Heiterkeit und Glücksträume – äussert der Dichter den Gedanken, dass in dem Fleckchen Erde der Ferne, in der sein Leichnam als Gefallener ruhen wird, die Erinnerung an England für immer aufbewahrt sein wird.
         Vermeulen war ziemlich angetan von dem esoterischen Sinn dieses Gedichtes, in dem Brooke scheinbar seinen eigenen Tod vorausahnte; tatsächlich starb der Dichter am 23. April 1915 in Griechenland, an Blutvergiftung.
         Die Komposition steht in dem mixolydischen Modus. Die Verzückung des Dichters, mit der er die Schönheit seiner Heimat schildert, inspirierte Vermeulen zu einer Melodiestruktur, in der die grosse Quinte regelmässig wiederkehrt. Über einem ausklingenden Bass-Ton kommt häufig Parallelbewegung zwischen der Gesangstimme und den Tönen in der rechten Hand des Klavierspielers vor. Ein verhallendes Ostinato-Motiv im Abschluss des Liedes scheint die Wonne des Erinnerns heraufzubeschwören.
         Vermeulen veröffentlichte The Soldier als Beilage zu De Nieuwe Amsterdammer vom 29. September 1917. Unter dem Pseudonym "Fr. Rivière" verfasste Elisabeth Diepenbrock-de Jong van Beek en Donk (beek NL = rivière FR) eine französische Übersetzung, die unter dem englischen Text abgedrückt wurde. Offenbar hat man auf diesem Wege das einfache, für alle Stimmgattungen geeignete Lied auch in Frankreich und Belgien verbreiten wollen. Vielleicht versprach sich Vermeulen davon, dass auch die Soldaten das Lied aufgreifen würden.
 
The Soldier
Rupert Brooke
 
If I should die, think only this of me:
That there's some corner of a foreign field
That is forever England. There shall be
In that rich earth a richer dust concealed;
 
A dust whom England bore, shaped, made aware,
Gave, once, her flowers to love, her ways to roam,
A body of England's, breathing English air,
Washed by the rivers, blest by suns of home.
 
And think, this heart, all evil shed away,
A pulse in the eternal mind, no less,
Gives somewhere back the thoughts by England given;
 
Her sights and sounds; dreams happy as her day;
And laughter, learnt of friends; and gentleness
In hearts at peace, under an English heaven.
 
 
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