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SECHSTE SYMPHONIE "LES MINUTES HEUREUSES" (1956-1958)
 
Vermeulens Einführung für die Erstaufführung im Aussenland, am Sonntag 19 Juni 1960 vom Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks unter Leitung von Ernest Bour, im Rahmen des 34. Weltmusikfest der Internationale Gesellschaft für neue Musik (IGNM/ISCM) in Köln:
 
"Ich nannte meine 1956-1958 komponierte 6. Sinfonie "Les minutes heureuses" nach einem Hemistichon aus Le balcon von Baudelaire, das vollständig lautet: "Je sais l'art d'évoquer les minutes heureuses". Meine 6. Sinfonie ist, wie auch meine übrigen Sinfonien, ausschliesslich positiv eingestellt. Ihr Ziel ist: das Auferwecken und Anfachen des geheimen Feuers - le feu sacré - des göttlichen Funkens, der in jedem Menschen wohnt, mehr oder weniger eingefangen ist und sich nach Befreiung sehnt. Im Laufe der Jahre ist mir allmählich bewusst geworden, dass dieses zweifache Zielen aufs Positive und aufs Sakrale durchaus den Hauptströmungen in der Kunst der letzten vierzig Jahre entgegensteht; gleichfalls wurde mir bewusst, dass ich eine uralte Tradition fortsetze, die ich für unsterblich halten darf. Aus diesem Gesichtspunkt steht also meine 6. Sinfonie in direktem Gegensatz zur Moderne.
Die drei Sätze der 6. Sinfonie gehen ohne Pause ineinander über. Als konstruktives Zentrum fungiert die Tonfolge la-do-re, gleichzeitig als Symbol für "l'Adoré", für all das, was ein Recht auf unsere Verehrung, unsere Anbetung hat. Der erste Satz [Anfang und ]kulminiert in einer Apotheose des la-do-re in Form eines Chorales.
Der zweite Satz [anfangend als andante amoroso und später ] endet seine Bahn in einem dreifachen Appell der Noten la-do-re, drei verschieden intonierten Fanfaren, jeweilig erlöschend in ein Solo für Streichquartett.
Der dritte und schnellste Satz [Anfang ] enthält zwei Themen, das eine lyrisch, das andere energischer. Alternierend mit vielen Episoden  munden sie in einer Schluss-Klimax des la-do-re, einem Kanon für drei Trompeten, umrahmt vom sechsstimmig spielenden Orchester."
 
 
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